Beiträge

Hier entsteht Raum für Beiträge von Vereinsmitgliedern und Externen.....

Senden Sie uns (Du darf man zu Fremden ja nicht sagen) künstlerische Beiträge (Bilder, Texte, Gedanken, Ihre Links, Termine .....) hierher.... alles bleibt unkom- mentiert.....

E-Mail entgegen der Verstümmelung von Filmmeisterwerken. Nervt es nicht, dass ständig irgendwelche bunten Schrifteinblendungen in Spielfilme eingeschleust werden? Ist es nicht brachial, dass kein Filmabspann mehr gezeigt wird? Ist es nicht völlig pervers, dass, wenn dann doch ein Abspann gezeigt wird, eine schleimige Stimme schon den nächsten Programmpunkt ankündigt? (Siehe Arte - z.B. bei der kompletten Staffel von “Nummer 6”, deren wunderbarer Abspann von einer semi-erotischen Tussenstimme zugelabert wurde). Kritikwürdig wäre natülich auch, dass unsere beiden “Erste-Reihe-Programme” weit nach Mitternacht filmische Meisterwerke präsentieren, während das Proletariat längst zu Bette ging. Oh, Gott der Television, ich lobe Deinen Geistesblitz, den Du in die Erfinder des Videorecorders oder DVD-Brenners fahren ließest!!! Oh, Ihr Herren des täglichen TV-Schwachsinns, legt Eure Ämter nieder! Geht von hinnen! Gehet hinaus in die Welt und befraget Eure Arbeitgeber - uns - was wir wünschen. Beendet das Programmdiktat. Gehet nicht davon aus, dass wir keine Fernbedienungen haben. Mit jenen würden wir inbrünstig Euch und nicht ein Progamm abschalten, in welchem, wie in den alten Zeiten noch ein Sprecher oder eine nette Sprecherin den Film ankündigten. Lasst ab von Euren Endlosschleifen, denn irgendwann werden wir es satt haben und lesen, lesen, lesen und DVD’s kaufen und tauschen - ganz ohne Euch.

Sehr geehrte Redaktion des BR,

jetzt muss ich mich doch einmal an Sie wenden. Gestern haben Sie einen Film von Orson Welles "Der Glanz des Hauses Amberson" gezeigt. Und wieder, wie immer, wie gewohnt: Eine Einblendung von br-online! Wie kommen Sie eigentlich auf die Idee, so einen Mist in einen Schwarz-Weiß-Film während des Sprecher-Offs in den Film einzublenden? Haben Sie überhaupt keinen Respekt mehr vor der Kunst oder spielen Sie die Filme nur von der Rolle aus Alibi-Gründen. Ich habe die Schnauze voll von diesen Eingriffen in Meisterwerke. Orson Welles - der sich ja nicht mehr wehren kann - hätte Ihnen alle Rechte, diesen Film zu zeigen, verbeten. Hören Sie endlich mit diesen Verstümmelungen auf. Und zudem möchte ich Ihren Programmdilettanten folgendes noch ins Ohr flüstern: Film = Spielfilm = Vorspann - Hauptfilm - Abspann. Ohne Einblendungen. Ohne Reingelaber. Lassen Sie die Filme in Ruhe oder zeigen Sie Endlosschleifen, die sowieso niemand mehr sehen will.
 

Mit freundlichen Grüßen
Der Fernsehfilmausschalter, der kein BR mehr sehen will.

Darauf gibt es natürlich keine Antwort. Die Hauptsache ist wohl, dass wir mit unseren GEZ-Gebühren diesen Scheißdreck vorfinanzieren. Dass wir “die Kunst der Zensur” und Verstümmelung weiterhin einkaufen und das Diktat akzeptieren........Feige Bande!

 

 Hilfe! Wer zur Hölle ist dieser Hans Kober????

Nähere Informationen und Warnungen werden gerne entgegengenommen...

Da habe ich ja was angestellt. Das unten aufgeschriebene Gedicht habe ich beim Jokers Lyrikwettbewerb 2011 eingereicht und bin nicht einmal unter die ersten 5000 damit gekommen.... Zugegebenermaßen war’s der letzte Platz. Nein, gelogen, es gab gar keinen Platz. Gar keine Erwähnung. Gar keine Chance. So ein Scheiß-Gedicht. So ein poetischer Käse. So ein Dreck. Ein Wenig traurig bin ich schon. Ich probiere es ab jetzt jedes Jahr. Vielleicht schaffe ich Platz 4999. Anna hat es immer gut gefallen. Deshalb bleibt die Widmung.

Die kleinen Dichter

schulterwurf der dichter:

 

die tragödiengeburt

münzgleich

werfen in wässriges glück

&

taumelnd mit untergehn -

zu ruhen in sicht der schwimmer

die da in furcht vor

gesprochenem wort

nah den gestaden

weilen noch immer

 

dann:

 

in finsternis tauchen die

kleinen dichter umher

besingen die eine amphore

die ruht in letztem

dunklen blau

 

in finsternis besamen die

kleinen dichter

der meere grund

- so fern dem gott der dichter

betten atemperlen sich

von flucht zu flucht

auf kleine augenlichter -

 

in finsternis gleiten die

kleinen dichter

hinweg über kleine dichter

suchen stolperstein um stolperstein

   die nichts sind denn ohr um ohr

   sehnsüchtig muschelgleich sich

   zu öffnen nach wort

 

in finsternis leuchtet da komma,

hier punkt

und

kleine dichter hier - da

taumeln nieder

schlaflos luftlos

gleich dem zuletzt noch

 

geborenen

wort

(c) Ralf Preusker

1 WISSENSWERTES:

fischvergiftung: (engl.) fish poisoning

Vergiftung durch “Fischgenuß”

1. durch bakteriell zersetzte fische ( auch geräucherte od. marinierte ) mit gastro- enteritischen symptomen;

 2. durch spezif. eigengifte best. fische; s. ciguatera, tetrodotoxin. vgl. skombro- toxismus § 1 dosenfisch, dessen mindest- haltbarkeitsdatum weit in der vergangen- heit liegt, darf ohne polizeigewalt und / oder poliz. begleitung jederzeit ohne besonderen mündl. oder  schriftl. antrag bei zust. behörde von privatpersonen und entsorgungslaien persönlich zur endla- gerungsstätte überführt werden. § 2 dosenfisch, welcher durch Geruchsauf- fälligkeiten auffällt, sollte nicht genossen werden, sondern geächtet.

MULL: (engl.) gauze; Verbandmull weitmaschiges gewebe aus entfetteter baumwolle; vgl. verbände. Ein Zusammenschluss mehrerer Mulls vgl. Mullverbände

MILCH: (engl.) milk; emulsion aus in wasser fein verteilten fetttröpfchen s. buttermilch, hexenmilch, krebsmilch, kuhmilch, muttermilch, milchsemmel. Kann getrunken werden.

ALUMINIUM: n: chem element, Symbol al, oz 13, rel. atommasse 26,982; zur borgruppe gehörendes dreiwertiges metall. Macht Alzheimer erst möglich.

BLUT: (engl.) blood; sanguis; in den blutgefäßen zirkulierende flüssigkeit; dient der versorgung des gewebes mit sauerstoff u. nährstoffen, dem abtrans port von kohlendioxid u. stoffwechselpro- dukten, der wärmeregulation sowie der verteilung von enzymen, hormonen u.a. die normale blutmenge des erwachsenen beträgt ca. 1/12 des körpergewichts, bei e. 70 kg schweren menschen also ca. 5-6 liter. ph = 7,41;temp. 37 grad; kolloidos- motischerdruck des serums bei 37 grad ca. 2,7 - 4,7 kpa (20,6-35 mm hg); rel. Dichte 1,05 - 1,06; gefrierpunkterniedri-  gung 0,56 grad; vgl. herzblut, blutegel- pho bie, blut der stigmen, blutzoll, blut- geil, blutrot, blutwurst, blutiger krieg, blutbild, blutdruck, bluterbrechen, blut- schande, blutspendeaktionen,.... merke hierzu: rostbraten medium schmeckt besser als durch.

2. WIE WAS RICHTIG HEISST

Milchbrötchenrechnung heißt richtig Milchmädchenrechnung, Endstadion heißt richtig Endstadium, Ettbeermilch heißt richtig Erdbeermilch, Ecknuss heißt richtig Erdnuss, Ydill heißt richtig Idyll, Mithus heißt richtig Mythos, Happy Metal heißt richtig Heavy Metal, Blue Öster Clack heißt richtig Blue Öyster Cult, Ibufren heißt richtig Ibuprofen, Kurtfliegel heißt richtig Kotflügel, Depressionsfarbe heißt richtig Dispersionsfarbe, Beben heißt richtig Bourbon, Salsharring heißt richtig Salzhering, Broiler heißt richtig Broiler, Horro und Terro heißen richtig Horror und Terror, Horstthorsten heißt richtig Horst-Thorsten, Lufdilon heißt richtig Luftballon, Hottidauli heißt wirklich Pferd, Um der Uhrzeit heißt richtig Um die Uhrzeit, In-A-Gadda-Da-Vida heißt richtig In the garden of eden, Radfahren heißt richtig Velocipedieren, Klicklas heißt richtig Nikolaus, Idol heißt wirklich Inertol (Teerfarbe), Tellifom heißt richtig Telefon

jener hier oben ist hierfür ihr ansprechpartner

 

und wenn

und wenn der astronaut sich aus der atmosphäre löst

die blaue perle zu besehen

dann hat er zeit, sein hirn zu reinigen

und er wird sehen

dass die perle besiedelt ist von krebs

krebszellen

metastasiert zu klumpen

white house, reichstag, kreml...

(c) Ralf Preusker

die ballade vom hasen

noch muss er warten, der hase von zimt
eh er ins erwachsenenalter kimmt
und er soll sich nicht scheren,
sondern in jugendtagen noch den eignen köttel verehren.

hasenballade

man erkennt an den nasen
die verschiedenen hasen
es gibt sie auch im schnee
oder aus feinem gelee

man sieht aus zimt gemachte hasen
und in manchen abendphasen
sieht man in dunkler stille
auch hasen aus vanille

unangenehm ist der hase aus stuhl
eher der apfelhase ist cool
denn mit seinem apfelduft
verschönt er gern die luft

aber der kakaohase hier
riecht dennoch immer nach bier
man soll also nach namen nicht gehen
wenn andere düfte aus hälsen wehen

schlimm ist der karieshase
oder der hase aus schweineblase
oder der aus paradontose
oder der mit der schnuffelhose

nicht alle hasen sind fein
nicht alle hasen sind rein
so lasst uns denn nicht nur zum schein
reinliche hasen aus schlagsahne sein

die ballade von knut mit dem hut

knut
geriet in wut
sein blut
geriet in glut
weil die gertrud
gesessen auf seinem hut

so hieb er gertrud
in wut
vom hut

(c) Jungwinkelried
 

es scheint nichts aufgeschrieben zu sein

das wortwerk scheint sich nicht entlassen zu lassen.

die tote, die ich in meinem traum ermorde

ist tödlich verkeimt

und sie lächelt, wenn sie mich anspuckt

direkt in meinen mund spuckt

alles auswirft, weil mein mund sich aufwirft

- offen von staunen.

und wieder kam er als mädchen

- der tod

und wieder scheint alles zäh

ein kristallines leben

das erst in leichenstarre sich formt und leuchtet gleich einem smaragt

am webstuhl der erinnerung sitzt keiner

ich habe keinen nach mir geschickt, sich zu entsinnen

wer ich bin und gewesen sein könnte.

man geht einfach.

man lebt einfach

und küsst die zeit mit seinen keimen.

man ist ein wartesaal

man sitzt in sich und wartet

an den hohen wänden dreht sich die uhr im qualm

und zugbremsen quietschen, beschreien die wege, das entgleisen.

das menschliche frachtgut bezahlt

die reise

aus sich.

es scheint nichts aufgeschrieben zu sein.

(c) Ralf Preusker

An Anna Romas

Mitten in meinem Lachen habe ich von ihrem Tod erfahren; an einem scheißnormalen Sonntag. Es ist der 23.01.2005, als mich ihre Schwester anruft und mitteilt, dass Anna in der gestrigen Nacht eingeschlafen ist. Ich kann es nicht fassen und habe einen wichtigen Menschen meines Lebens verloren und die literarische Welt wird vom Schweigen einer großartigen Schriftstellerin und Dichterin heimgesucht werden. Zwischen Anna und mir gab es seit der Zeit, in welcher die furchtbare Diagnose gestellt wurde, nur noch weinige Zeilen. Vielleicht gerade deshalb, weil zwischen uns alles schon geschrieben schien; alles schon gesagt war. Doch die wenigen Worte, die mich erreichten, waren wahrscheinlich die wichtigsten und persönlichsten – sie trafen mich und schlugen mich wund. Doch gibt es Wunden, die nicht der Heilung bedürfen. Sie bleiben: offen(bar) und zäh blutend. Ich habe sie lange nicht mehr gesehen und ich weiß, dass sie nicht wollte, dass ich sie so erblicke: krank, vom Gift zersetzt und schwach. So kann ich mich erinnern, wie sie einst war. Und so ist es mir ein Trost, Anna so zu missen, wie sie war, als sie noch gesund neben mir saß – rauchend und ein Bündel geballte Philosophie und Poesie. Ich blicke auf unsere gemeinsamen Lesungen: Anna, die Diva in Schwarz liest an meiner Seite geballte Erotik. Wir sind Pornophile – versaut und hemmungslos poetisch. Und jetzt ist da ein Schatten – der Stuhl rechts, nahe der Lampe ist von ihrem Schatten noch immer besetzt. Und ich habe gelernt, dass ein Espresso Coretto auch mit Kirschwasser genießbar ist. Wir standen gemeinsam auf vielen Bühnen: Anna, Walt und ich. Drunten agierten Nicole und Romi zu unserem großartigen Lese-Stück „Contra Philister“. Doch eine Wiederholung fällt aus. Es bleibt im Hirn. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die vielen Bücher, die ich von ihr habe, jemals wieder lesen kann. Ihre Geschichten hatten den Wahn zum Sinn gemacht. Ihre Prosa war gnadenlos brutal und gnadenlos schön. Das Anna-Kapitel versiegt in vielen Kapiteln. Ich hatte die große Ehre in meinem Leben – meinem künstlerischen und verdichteten Sein – diese Autorin kennen zu lernen. Ich hatte die Ehre, zu ihrem ersten Buch das Nachwort zu schreiben und gemeinsam mit Nicole Photographien beisteuern zu dürfen. Ich durfte dieses erste Buch „Wenn die Schatten länger werden“ mitzulektorieren und ich durfte einen tiefen Einblick in ihr riesiges Oevre nehmen. Ich nahm Einblick in das unveröffentlichte Material, das wohl Tonnen wiegt. Und Anna war die Förderin meines ersten Buches, das sie mit einem wunderbaren Nachwort versehen hat. Sie hat mir den Mut gegeben, weiter zu schreiben und nicht aufzugeben. Als sie schon schwer krank war, konnte sie zu einer geplanten Lesung nicht mehr kommen – die Stimme war verschwunden mitsamt der Kraft, die sie immer hatte. Ich hatte die Ehre ihre Texte vorzutragen. Es war eine meiner intensivsten Lesungen vor Publikum – ein Mann liest Frau. Und nun finde ich sie unter einem mächtigen alten Baum. Da liegt sie nun und ich gehe mit der riesigen Horde von Menschen, die den letzten Abschied zelebrieren. Am Grabe spielen sie Piaf „Ich bereue nichts“ und oben auf einem Baum voller knallroter Beeren sehe ich einen weißen Vogel, der auf uns, die wir weinen und seufzen, blickt. Und ich weiß, dass sie hier ist und uns besieht. Die Zeitungen beschreiben überall ihren Tod und ihr Leben und ich bin froh darüber, dass die Esslinger Stadtbücherei eine Gedächtnislesung im April plant. Ich schreibe eigentlich für die Kornpresse Buchrezensionen und darauf möchte ich hier auch nicht verzichten. Ich möchte der Leserschaft die Bücher von Anna nahe bringen. Nur zwei von vielen, die nicht vergessen werden dürfen und in den Händen der Lesenden bleiben müssen – so wie es vor ihrem Tode war: "Rudre, rudre mit den Armen, grabe dir einen Weg durch die dich umgebende wacklige, wie in Watte und Nebel gehüllte Welt. Dein Kopf ist der Fährmann, deine Arme die Ruder, dein Körper und die Beine sind das Boot, dein Herz ist der Kompass und dein Wunsch, dein Wille sind der sichere Weg zum Ziel." Das ist ein Zitat aus ihrem Buch „Wenn die Schatten länger werden“. Mangels verlegerischer Kompetenz wurde dieses Buch seinerzeit als Sammlung von CRIME-STORIES vermarktet, aber jene geschriebenen Reisen durch die Seele sind keine Verbrechen. 7 Geschichten innigster Liebe und Enttäuschungen warten hier auf Leser und Seelentaucher. Intensiver kann eigentlich nicht geschrieben werden – man kann nicht tiefer und brutaler über die Seelenwelt der Protagonisten erzählen. 7 Menschen erleben die Höllen des Daseins. 7 Menschen sind einfach Menschen und Geschichte. Dennoch paart sich Nekrophilie mit Hoffnung. Die Welt ist nicht heil, sie ist Unheil – aber sie bietet sich als heilbar an. Und das Leben ist und bleibt schreck-lich-schön. Anna Romas ist eine brillante Erzählerin – eine poetische Wortanarchistin. Es gibt kaum ein ehrlicheres und schonungsloseres Buch. Inhaltlich möchte ich nicht weiter vertiefen. Lest einfach und versteht, dass es noch literarische Meisterwerke gibt, die noch gar nicht so alt sind. Der Roman „Latte macchiato“ hingegen - ihr zweites - Buch ist die Geschichte einer Aussteigerin und eines Hochstaplers. Es ist  Geschichte einer romantisch-kitschigen Liebe und eines grotesken Todes. „Die Portraits von Menschen sind heiß und herb-würzig wie starker Espresso bis zu blass-wässrig und aufgeschäumt wie Milchkaffee.“ schreibt hierüber die Autorin Mona Berinhard. Und sie schreibt weiter: „Latte macchiato ist also kein Fressen für Lüstlinge, sondern ein Buch mit hintergründig-subtilem Humor. Wer sich an Anna Romas' Gourmet-Tafel überisst, tut dies nicht wegen der Schwere der Kost, sondern allein deshalb, weil er vom atemberaubenden Erzähltempo angesteckt wird und mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören kann." Zwei Bücher also, die gelesen werden müssen. Und zum Abschluss ein Gedicht von Anna in ewiger Erinnerung und Freundschaft:

TROPFEN

Es tropft die Zeit aus allen Dingen,
So frisch und stark auch manches scheint,
Wird stetes Tropfen es durchdringen,
Mit Tränen, die das Sein geweint.

Aus allen Wesen immer fließen
Die Tropfen Zeit hinaus ins Meer,
Der Ewigkeit sich anzuschließen,
Es tropft die Zeit das Leben leer.

Es tropft die Zeit aus meinen Poren,
Es tropft der Schatten aus dem Licht,
das Leid, als Liebe ging verloren,
Tropft tiefe Spuren ins Gesicht.
 

Es tropft die Jugend aus den Venen,
Nur in der Seele bleibt geballt,
Verzweifelt Hoffen, tiefstes Sehnen,
Im Tropfenschlag mein Schrei verhallt.

Es fließt erinnern ins Vergessen,
Ins Welken tropft der Rosen Rot,
Paar Tränen meine Augen nässen,
Wenns Leben tropfet in den Tod.

Ein bunter Tropfen will sich wehren,
Er bäumet auf und weigert sich,
Um schließlich doch den Strom zu mehren:
Der bunte Tropfen - der bin ich.

(C) Gedicht von Anna Romas - Text oben von Ralf Preusker